Google for Jobs

Blogbeitrag von HR Consultion über Google for Jobs

Wie Google for Jobs den Recruitingmarkt erobert

Über 80 % der Suchanfragen für ein neues Stellenangebot starten bei Google. Kein Wunder also, dass sich die Suchmaschine dies zu Nutze gemacht hat. Bereits im Sommer 2017 startete Google for Jobs in den USA. Seit Ende Mai ist die Suchfunktion speziell für Jobs nun auch in Deutschland offiziell online. Aber worum handelt es sich bei dem neuen Angebot von Google überhaupt? Klar ist, dass Google for Jobs im Gegensatz zu Stepstone und Monster, keine klassische Online-Jobbörse darstellt.

Jobs finden statt suchen

Damit mischt Google den Recruitingmarkt in Deutschland ordentlich auf, denn das Angebot ist eine optimierte Jobsuche innerhalb der Google-Suche. Neben den Reitern Bilder, Shopping, News und Co. stellt der Reiter „Jobs“ ein eigenständiges Produkt dar.

Das Produkt funktioniert nach dem altbekannten Prinzip: So startet die Suchmaschine automatisch, wenn Anfragebegriffe wie „Jobs Köln“ oder „Softwareentwickler Berlin“ in das Suchfeld eingetippt werden.

Die Ergebnisse werden nutzerfreundlich aufbereitet und unterhalb der bezahlten Anzeigen in einem blauen Kasten angezeigt. Zur Nutzerfreundlichkeit tragen spezielle Filtermöglichkeiten bei. Nach einem transparenten Vergleich kann der Kandidat im letzten Schritt die Bewerbung unmittelbar über die Jobbörse versenden oder wird auf die unternehmenseigene Karriereseite weitergeleitet.

Der Suchalgorithmus von Google for Jobs

Anders als bei Online-Stellenbörsen lassen sich bei Google for Jobs keine Stellenanzeigen schalten und somit dort platzieren. Ähnlich wie andere Jobcrawler (z.B. Indeed) greift Google for Jobs auf Stellenanzeigen zu, die der Googlebot im Internet findet. Dies schließt Inhalte von unternehmenseigenen Karriereseiten, Jobportalen oder Netzwerken ein, die blockiert werden. Dabei gilt: Je mehr Informationen Google über die Stellenanzeige erhält, desto wahrscheinlicher ist die Platzierung und desto besser das Ranking in der Jobbox.

 

Technische Anforderungen an die Stellenanzeige

Bei der Aufbereitung der Stellenanzeige sollten festgelegte Standards berücksichtigt werden. Dazu bietet Google eine transparente Übersicht mit allen relevanten SEO-Tipps für die Faktoren zur Listung der eigenen Vakanzen.

Indexierung

Eine grundlegende Voraussetzung für die Crawling-Funktion des Google-Bots ist, dass die Stellenanzeigen nicht durch eine robots.txt-Datei oder ein Meta-Tag blockiert werden. Ferner ist zu berücksichtigen, dass Google direkt zu benachrichtigen ist, wenn Stellenanzeigen hinzugefügt oder entfernt wurden. Mit Hilfe des sogenannten „Indexing API“ kann Google dadurch Seiten noch einmal crawlen, wodurch die Qualität der Zugriffe verbessert werden kann. Hierzu bietet Google einen Guide für den fehlerlosen Schnellstart des „Indexing APIs“.

Sprechende URL

Des Weiteren spielt neben der Optimierung der eigenen Seite für die mobile Suche und der Ladezeit auch die URL eine wichtige Rolle. Damit Google die Stellenanzeige finden kann, muss die URL sprechend sein. Das heißt, dass die URL Keywords oder den Jobtitel enthalten. Ein gutes Beispiel stellt https://firma-mustermann.de/jobs/ junior-csharp-software-entwickler-mwd/ dar. Sie möchten mehr zum Thema „allgemeine Richtlinien für Sidemaps“ wissen? Google stellt dazu ausführliche Informationen bereit.

URLs erstellen zur Optimierung für Google

Schnittstelle zum Bewerbermanagementsystem und Jobbörsen

Ferner sollten Sie einen Blick auf die Integration durch das Bewerbermanagement und die Schnittstellen zu genutzten Portalen werfen. Da die meisten Unternehmen ihre Anzeigen durch das Bewerbermanagementsystem erstellen, sollten Sie überprüfen, ob die Anzeigen in strukturierte Daten ausgewiesen werden. Im Hinblick auf die Schaltung Ihrer Stellenanzeigen im Internet, ist zu beachten, dass nicht alle Online-Jobbörsen oder Social-Media-Kanäle mit Google kooperieren.

Schema.org statt Schema xyz

Zudem setzt Google auf das einheitliche Standard „schema.org.“. Dafür müssen die Stellenanzeigen strukturierte Daten vom Typ „JobPosting“ vorweisen.

Informationsanforderungen durch JobPosting Programmierung einer Stellenanzeige, die für Google for Jobs optimiert ist

Google selbst unterteilt die Anforderungen in zwei Bereiche: Erforderliche und empfohlene Informationen.

Als erforderliche Informationen für Google for Jobs gelten:

  • datePosted (Datum der Veröffentlichung)
  • description (Stellenbeschreibung im HTML-Format)
  • hiringOrganization (Unternehmen)
  • jobLocation (Arbeitsort)
  • title (Stellentitel)
  • validThrough (Ende der Bewerbungsfrist)

Neben den erforderlichen Informationen spielen auch die empfohlenen Eigenschaften wie Informationen über Telearbeit oder Gehalt eine wichtige Rolle. Zwar gilt in Deutschland das Gehalt als Tabuthema, dennoch belohnt Google Entgeldtransparenz mit einem guten Ranking. Denken Sie daran: Google belohnt jede Information. Je vollständiger die erforderlichen und empfohlenen Informationen der Stellenanzeige, desto besser wird Ihre Vakanz gerankt.

Zur Prüfung, inwieweit die technischen Anforderungen erfüllt werden, stellt Google ein Testing Tool zur Verfügung.

Vorteile von Google for Jobs für Arbeitgeber und Jobsuchende

Vorteile für Arbeitgeber

  • Hohe Reichweite durch Suchmaschinen-Nutzung der Kandidaten
  • Keine Kosten für die Indexierung durch Google
  • Sehr guter Such-Algorithmus zur Erreichung der passenden Zielgruppe

Vorteile für Jobsuchende

  • Einfache und einheitliche Darstellung der Stellenangebote
  • Individuelle Filtermöglichkeiten
  • Zeitersparnis bei der Jobsuche
  • Kostenlose Suchfunktion

 

Google for Jobs kurz und gut

Es sei noch einmal kurz angemerkt, dass der weltweite Marktanteil von Google bei Suchanfragen über den Desktop bei rund 75 % liegt. Mobile Anfragen werden sogar zu  knapp 89 % über Google gestartet (Quelle: Statista). In den USA ist die Jobsuchfunktion von Google eingeschlagen. Es ist also eine Frage der Zeit, wann Google for Jobs auch in Deutschland hohe Wellen schlägt. Wenn Sie das 1×1 der Suchmaschinenoptimierung sowie die technischen und inhaltlichen Anforderungen an die Stellenanzeigen berücksichtigen, haben Sie gute Chancen, dass die Stellenanzeigen bei Google for Jobs erscheinen.

Kerstin Erps